Stichpunkt

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Pflege
 für Piercings

Vor dem Piercing-Termin

Wer seinen Körper gerne mit einem Piercing schmücken will, sollte sich zuerst Gedanken darüber machen, wann denn der richtige Zeitpunkt für den Piercing-Termin ist. Damit vermeidest du präventiv unnötige Komplikationen. Vor dem Termin solltest du natürlich keinen Kaffee, Alkohol oder irgendwelche illegalen Drogen zu dir genommen haben.

Hat der Piercer beim Stechen des Piercings die Hygieneanforderungen eingehalten sowie Art, Grlße und Material des Schmucks richtig gewählt, ist es an dir selbst, die Sache zu einem guten Ende zu bringen.

Die richtige Piercing-Pflege

Das Piercing ist drin! Noch leicht berauscht vom Glücksgefühl, das ersehnte Schmuckstück in der Haut zu tragen, geht’s ab nach Hause. Wie war das noch? Was hat der Piercer gesagt? Wie soll ich es pflegen? In Zusammenarbeit mit Wildcat Deutschland hat TattooStyle eine Übersicht über die allgemeinen und besonderen Pflegetipps zusammengestellt.

Nach dem Piercing-Termin

Finger (und auch Zunge) weg vom neuen Schmuckstück. Ständiges Befingern oder Bezüngeln sind tabu. Das Piercing ist eine offene Wunde und äußerst empfindlich für Viren und Bakterien. Achte auch darauf, unnötige Bewegungen der gepiercten Stelle zu vermeiden.

Allgemeine Hinweise

Druck vermeiden

Nicht zu viel bewegen

Nicht daran herumspielen

Schmuck nicht öffnen, entfernen oder wechseln, bis das Piercing abgeheilt ist.

Nur mit einem Mittel pflegen und das Mittel nicht wechseln.

Das Pflegeprodukt und/oder Pflegemethode nicht ohne Absprache mit dem Piercer ändern.

Öffentliche Einrichtungen wie Sauna, Solarien und Schwimmbäder aus hygienischen Gründen meiden.

Kein Schwimmen oder Baden.

Duschen mit einer milden Seife ist kein Problem.

Pflege
während der Heilphase


Wildcat München emfpiehlt, den Piercingschmuck vor dem Entfernen der Kruste und sonstiger Absonderungen nicht hin und her zu bewegen, da diese Bewegung mehr Keime in die frische Wunde bringt, als man mit einem Desinfektionsmittel tötet.

Pflege frisch nach dem Stechen

Zwei Mal am Tag darfst beziehungsweise musst du ‘ran. Vorher aber das gründliche Händewaschen nicht vergessen! Wenn du es besonders gut machen willst, verwendest du antibakterielle Seife (Arztseife) oder nach dem Waschen ein Handdesinfektionsmittel (z.B. Sterilium).

Zuerst wird das Piercing aufgeweicht, um die Wundkruste anzulösen – dazu kannst du dich unter die Dusche stellen, die gepiercte Hautstelle mit Octenisept einsprühen oder aber mit fertiger Kochsalzlösung benetzen.

Das Produt aus der Apotheke kostet nicht viel und ist im täglichen Gebrauch einfach zu handhaben. Danach wird die Kruste vorsichtig mit einem fusselfreien Reinigungs- oder Papiertuch entfernt. Wattestäbchen eignen sich dafür nur bedingt, da Watteteilchen sich gerne im Piercingkanal oder am Schmuck festsetzen. Anschließend besprühst du die Ein- und Ausstichstelle des Stichkanals mit Wunddesinfektionsmittel. Wildcat Deutschland – und viele andere Piercer auch – haben sehr gute Erfahrungen mit Octenisept gemacht, das auch für Schleimhautpiercings (Zunge, Lippe, Intimbereich) geeignet ist. Auf keinen Fall das Pflegemittel wechseln – immer schön bei einer Sorte bleiben. Tabu sind Desinfektionsmittel auf Alkohol- oder Jodbasis (wie beispielsweise Kodanspray, Betaisadona-Lösung), und Antibiotika oder Salben.

Diese Prozedur sollte für die nächsten zwei bis drei Wochen zum morgendlichen und abendlichen Ritual werden. Nachdem das gemacht ist, die Stelle mit einem trockenen Tuch abtupfen. Bei der Piercingpflege gilt jedenfalls nicht der Grundsatz: Viel hilft viel! Mehr als zwei, maximal drei Mal am Tag solltest du die Pflegeprozedur nicht durchführen.

Pflege nach einigen Wochen

Nach zwei bis drei Wochen reicht es, wenn du das Piercing mit der sterilen Kochsalzlösung bis zu seiner vollständigen Verheilung spülst. Denke nicht, dass das Piercing vollständig verheilt ist, wenn die Ein- und Ausstichstelle schon verheilt aussieht. Bei besten körperlichen und hygienischen Voraussetzungen braucht die Haut etwa vier bis fünf Tage pro Millimeter Stichkanallänge, um zuzuwachsen (die Hautneubildung erfolgt von außen nach innen). Bis zur vollständigen Verheilung sollte der Schmuck auch nicht gewechselt werden.

Sonstiges
Heilungszeit, Besonderheiten

Piercings im Kopfbereich

Bei Piercings im Kopfbereich ist besondere Vorsicht bei folgenden Tätigkeiten geboten:
– An- und Ausziehen von Kleidungsstücken.
– Haarewaschen (nur mildes Shampoo verwenden)
– Gesichtspflege (nur milde Seife nehmen)
– Auf Kosmetikprodukte im Bereich des Piercings verzichten.

Oralpiercings

Bei Oralpiercings sollten folgende Tätigkeiten eingeschränkt werden:
– Küssen und Oralsex sollten vermieden werden (kein Kontakt mit fremden Körperflüssigkeiten)
– keine zu scharfen oder heißen Speisen
– Rauchen nach Möglichkeit vermeiden
– Milchprodukte vermeiden
– Fruchtsäuren vermeiden

Intimpiercings

Bei Intimpiercings gelten folgende Regeln:
– Keinerlei sexuelle Aktivitäten in der ersten Zeit
– Druck und übermäßig Reibung vermeiden

Heilungszeit gängiger Piercingarten

Bauchnabel

Gut ein halbes Jahr

Nasenflügel

Sollte in 4-8 Wochen verheilt sein

Augenbraue

4-8 Wochen

Lippe

5-7 Wochen bei Einsatz eines Lippenstabs, Ringe dauern länger und eignen sich wegen der Form und Bewegung des Schmucks weniger für den Ersteinsatz.

Zunge

3-5 Wochen

Septum

6-10 Wochen

Brustwarzen

6-8 Wochen aufwärts

Ohrknorpel

Wegen schlechter Durchblutung des Knorpelgewebes dauern diese Piercings extrem lange. Mit mehreren Monaten Heilungszeit kann gerechnet werden.